Der Wanderer -

Betrachtungen zu zweifelhaften Pressemeldungen

Ihr Wanderer meldet sich wieder einmal zu Wort, weil es einen Anlass gab, der ihn zum Nachdenken anregte. Ausgangspunkt war wieder einmal ein zufällig mitgehörtes Gespräch, das den unfreiwillig lauschenden Dritten nachdenklich machte: „Hast Du das in der NÖN gelesen?“, „Was?“, „Na das mit den vielen Autoreifen, die von Ortsfremden im Bauhof einfach abgeladen werden“, „Geh, des gibt’s doch net!“, „Da stehts schwarz auf weiß mit einem Foto, und wir zahln des Wegbringen auch noch….“, soweit so gut, dachte sich der Wanderer und schaute in seinem Zeitungsarchiv unter dem Stichwort „Unbefugte Müllablagerung“ nach – und siehe da, es gab eine größere Artikelzahl, einerseits in der NÖN und andererseits in verschiedenen Parteipublikationen. Die älteste Ausgabe wurde aus dem Jahr 2005 anlässlich der Gemeinderatswahl gefunden. Das wäre ja noch kein Drama, macht es sich doch die Opposition, von der das Druckwerk stammte, immer wieder zur Aufgabe (?), Missstände - manchesmal echte, hin und wieder konstruierte - anzuprangern. Aber was dem Wanderer auffiel war das verwendete Foto. Es schien ihm eigenartig, dass gewisse Merkmale des gezeigten Reifenhaufens immer wieder auch in anderem Zusammenhang zu sehen waren. Also lenkte der Wanderer seine Schritte in Richtung zum Bauhof, um dort einmal einen Lokalaugenschein zu starten. Und siehe da, er wurde auch fündig. Zwar sind von den vielen PKW-Altreifen, die auf dem aktuellen NÖN-Foto zu sehen sind, nur drei Schubkarrenreifen und einige Fahrradreifen in den Felgen übrig geblieben. Der einzige PKW-Reifen war ein zu einem Christbaumständer umfunktionierter betongefüllter Reifen.

Aber bei seinem Archivstudium fiel ihm ein Beitrag in der Gemeindezeitung vom Dezember 2011 zu diesem Thema in die Hände, der eine Alternative zur Verbringung von Altreifen im Bauhofgelände darstellt: Die „Deponie“ im Grünen. Damals mussten unsere Bauhofmitarbeiter gleich 23 im Gelände verteilte Autoreifen (siehe Faksimile) einsammeln, abtransportieren und natürlich kostenpflichtig entsorgen.

Hier meint der Wanderer, dass dem Urheber dieser Artikelserie besser zu raten wäre, die Menschen aufzufordern, ihren Müll nicht auf Kosten der Allgemeinheit zu entsorgen und schon gar nicht in der freien Natur. Da meint der Wanderer, dass es zwar unverantwortlich und verboten ist, Müll illegal abzulagern, aber dass es, wenn es schon illegal sein muss, immer noch besser ist, diese Altlasten auf einem dafür vorgesehenen Platz zu entsorgen. Da auf unserem Bauhof regelmäßig kontrolliert wird, und dass Menschen, die keinen gültigen Müllpass haben, abgewiesen werden, sollte sich auch zu dem Verfasser der unendlichen Geschichte durchsprechen. Aber das wäre ja dann keine Geschichte, mit der man die Mehrheitspartei mies machen könnte. Und der zuständigen Zeitungsredaktion rät der Wanderer, eigene Recherchen anzustellen, wobei ein Nachtelefonieren und dann doch schreiben, auch nicht die feine englische Art ist. Und Artikel unrecherchiert abzudrucken, ist unjournalistisch.

Aber bevor dem Wanderer noch Besserwisserei nachgesagt wird, verabschiedet er sich von den geneigten Leserinnen und Lesern und das nicht, ohne ein gutes Jahr 2017 zu wünschen.

Auf Wiederwandern

Ihr Wanderer