Ein interessanter Sommer im Zeichen von "Jung sein in unserer Gemeinde"

Zwei diametral gegenüberliegende Erfahrungen des Wanderers

Auf seinen Wanderungen durch unseren schönen Ort fällt dem Wanderer eine eigenartige Polarisierung auf: Da gibt es junge Menschen, die aus reiner Willkür Gemeindeeigentum beschädigen, wie jüngst im Schulpark. Über ihre Motive dazu ist dem Wanderer nichts bekannt, er kennt sie ja persönlich nicht.

Und dann gibt es (nicht nur, aber auch) Jugendliche, die sich gerne künstlerisch in ihrem Lebensumfeld betätigen. Einige davon, indem sie fremdes Eigentum beschmieren und sprayen, andere, die versuchen, ihre künstlerischen Fähigkeiten und Begabungen auf legal zur Verfügung gestellten Flächen zu präsentieren. Dem Wanderer gefällt die zweite Variante ganz besonders, weil sie ja in einem neuen Werk endet. Jetzt kann man sagen, das Ergebnis gefällt mir nicht oder begeistert sein, egal, das ist bei allen künstlerischen Hervorbringungen so. Und heute gefeierte Künstler wurden zu Lebzeiten oft angefeindet und eingesperrt, es gab auch eine Zeit, wo sie, weil sie „entartete Kunst“ herstellten, mit dem Leben bedroht wurden. Das ist noch nicht allzu lange her.

Dann hatte, wie man dem Wanderer erzählte, im Ort einer eine Idee und konnte mit Unterstützung durch den Bürgermeister auch die Voraussetzungen schaffen, dass kreative Jugendliche ihre Kunst auch sinnvoll an einer vorher ziemlich verschmutzten Wand entlang des Radweges ausüben konnten. Der Wanderer hat sie besucht und dabei festgestellt, dass das nicht so ein hingeschluderter Akt ist, im Gegenteil. Vorerst einmal ein Konzept und Skizzen, dann 1 Tag Grundierung und weitere zwei Tage Sprayarbeit. Eine Gruppe junger Menschen leistet diese künstlerische Arbeit noch dazu ohne Entgelt, wie sie das dem Wanderer versichert haben.

Dass es auf dem Weg dorthin auch kleinere Verwerfungen gab, sei großzügig übersehen, für den Wanderer steht da das große Ganze im Mittelpunkt und er möchte auch den Jungkünstlern Danke sagen, danke für eine schöne Wand entlang des Radweges. Vielleicht wandern Sie verehrte LeserInnen dieser Zeilen einmal den Radweg entlang Richtung Minnatal – aber bitte mit Vorsicht, denn es ist ja ein RADweg. Sie werden erstaunt sein, wie sich die Wand im neuen Gewand präsentiert.

Einen schönen Sommer und wie immer auf Wiederwandern                    

                                Ihr Wanderer.